Spätantike Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte e. V.

Vortrag von Norbert Zimmermann «Neu entdeckte spätantike Malereien in Bariano (Bergamo): Der einzigartige Komplex der Kirche der Madonna del Carmine»

28. Oktober 2019

Dr. Norbert Zimmermann (Rom)

Neu entdeckte spätantike Malereien in Bariano (Bergamo): Der einzigartige Komplex der Kirche der Madonna del Carmine

In der Ortschaft Bariano traten bei Restaurierungsarbeiten in der kleinen ehemaligen Taufkirche ihres aufgelassenen Karmeliter-Konvents überraschend Einblicke in die Geschichte des Monuments zu Tage: Denn es hat sich hier ein spätantikes Gebäude fast vollständig erhalten, das nicht nur durch seine ganz ungewöhnliche Architekturform Aufmerksamkeit erregt, sondern auch durch seine malerischen Ausstattung. Die Fresken zeigen eine ganz hervorragende Qualität und lassen einen außergewöhnlichen frühchristlichen Bilderzyklus rekonstruieren.

Der Vortrag findet montags in Kooperation mit dem Institut für Klassische Archäologie der LMU im Rahmen des Institutskolloquiums statt. (Beginn: 18 Uhr c.t., Großer Vortragssaal, 2. Stock, Raum 242)

 

SABK e.V. gratuliert dem Abgussmuseum zu seinem 150jährigen Bestehen

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Die neue Vitrine im Gartensaal des MfA mit den vom Verein gestifteten Abgüssen spätantiker Hofkunst und Numismatik. (C) C. Keane

In diesem Jahr begeht unser mittlerweile langjähriger Gastgeber,  das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke in München sein 150jähriges Bestehen. Wir gratulieren dem Haus zu seiner langen Geschichte, die in Kürze in einer Festgabe reich bebildert nachzulesen sein wird. Zu diesem Anlass war es unserem Verein möglich, dem Museum mehrere kleinformatige Gipse, die eigens zu diesem Zweck angefertigt wurden, als Geschenk zu überreichen.

Es handelt sich um eine galvanoplastische Kopie des berühmten Konstantinsmedaillons mit Chi-Rho aus der Staatlichen Münzsammlung (München), das zugleich unser Vereinslogo ist, den Kameo der konstantinischen Familie vom sog. Ada-Evangeliar (Trier) und um eine Gemme (Berlin) Konstantins oder eines seiner Söhne. Alle drei Abformungen sind in einer neuen Vitrine im sog. Gartensaal ausgestellt. Dort bilden sie mit dem Modell des Konstantinsbogens im Maßstab 1:20 einen kleinen spätantiken Schwerpunkt. Die weiteren zahlreichen Abgüsse, v. a. Porträts, aus der Zeit der Spätantike warten in UG des Museums am Münchener Königsplatz auf Besucher. Dort ist auch der Abguss des überlebensgroßen Konstantinskopfes, der dem Museum dank großzügiger Spenden unserer Mitglieder vor nun mehr über zehn Jahren geschenkt werden konnte, aufbewahrt.

Bericht zur Kurzexkursion nach Speyer

Am 29. und 30. Juli 2019 war eine Gruppe, die sich aus Mitgliedern des DFG-GRK 2337 „Metropolität in der Vormoderne“ und des Vereins für Spätantike Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte (SABK e. V.) zusammensetzte, zu Gast im pfälzischen Speyer. Zum Auftakt konnte der Speyerer Dom samt der Kaiser- und Königsgräber, die dort im Jahr 1900 wiederentdeckt wurden, besichtigt werden. Dieser größte romanische Kirchenbau, der im Auftrag des Saliers Kaiser Konrad II. (reg. 1027 bis 1039) begonnen wurde, diente vier deutschen Kaisern, vier Königen und vier ihrer Gattinnen als letzte Ruhestätte. Speyer nahm damit im Heiligen römischen Reich Deutscher Nation eine Stellung als Erinnerungsort ein, die etwa mit der französischen Königsgrablege in der Kathedrale Saint-Denis vergleichbar war. In den weiteren Führungen durch die Altstadt und den Judenhof präsentierte sich Speyer als eine vormoderne Stadt, in der die meist friedliche Koexistenz verschiedener Religionsgruppen (Katholiken, Protestanten und Juden) besonders anschaulich nachvollzogen werden konnte.
Neben dem mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Speyer, das in den geführten Stadtspaziergängen im Zentrum stand, lag ein Schwerpunkt der Exkursion auf der Rolle Speyers und der Pfalz in der Spätantike. Dazu führte Dr. Markus Löx die Gruppe durch die Ausstellung „Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike“ (Historisches Museum der Pfalz). Dort konnten u. a. an archäologischen Funden, die in Bezug zu verschiedenen Krisen gesetzt wurden, grundsätzliche methodologische Fallstricke bei der Verbindung literarisch bezeugter Krisen und archäologischer Quellen diskutiert werden. Ferner beleuchteten einige Objekte die teils weitreichenden Handelsverbindungen der Pfalz noch im späten 4./ frühen 5. Jh. und halfen die Versorgungswege des spätantiken civitas-Hauptortes Nemetae (Speyer) besser zu verstehen.

M. Löx

Vortrag von Gerda Sommer von Bülow «Der spätrömische Kaiserpalast Romuliana bei Gamzigrad»

Abb. 1

Am 23. Juni spricht 

Dr. Gerda Sommer von Bülow (Frankfurt)

zum Thema

Der spätrömische Kaiserpalast Romuliana bei Gamzigrad (Ostserbien) – neue Forschungsergebnisse und neue Fragen

Durch die seit 1953 laufenden Grabungen innerhalb der von einer massiven Befestigung eingefassten Anlage bei dem Dorf Gamzigrad in Ostserbien konnte diese als Palast des Tetrarchenkaisers Galerius (293 – 311) identifiziert werden. Im Rahmen eines deutsch-serbischen Gemeinschaftsprojektes wurden zwischen 2004 und 2012 geologische, geophysikalische und archäologische Prospektionen im Umfeld des Palastes  durchgeführt,  durch deren Ergebnisse der chronologische und siedlungshistorische Kontext  des Ortes deutlich erweitert werden kann und die zugleich viele neue Fragen aufgeworfen haben.

Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke statt (Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München, Raum 204-206, 2. Stock).

Hierzu laden wir herzlich ein!

 

Vortrag von Sible de Blaauw «Johannes vor der Porta Latina: Eine römische Kirche und der Apostelkult zwischen Byzanz und Rom»

Roma 2011-05 195 (2)Am 09.Juli 2019 spricht

Prof. Dr. em. Sible de Blaauw (Nijmegen)

zum Thema

Johannes vor der Porta Latina: Eine römische Kirche und der Apostelkult zwischen Byzanz und Rom
 
Neben der überragenden Verehrung für Petrus und Paulus als Gründer der christlichen Gemeinde Roms gab es in der Spätantike eine Überlieferung über das Martyrium des Apostels und Evangelisten Johannes in Rom. Diese heute fast vergessene Kulttradition hat nur wenige Spuren hinterlassen, außer der bescheidenen Kirche San Giovanni a Porta Latina mit der Martyriumskapelle San Giovanni in Oleo. In diesem Vortrag wird die geheimnisumwobene Entstehungsgeschichte dieses Baus in den breiten Rahmen der Wechselwirkung zwischen Rom und Byzanz gestellt, wobei die Ansprüche auf Apostolizität der Patriarchatssitze Rom und Konstantinopel stark ins Gewicht fallen. Das Apostelgrab in Ephesus und die legendären Lebensgeschichten des Johannes legen den Schwerpunkt seiner Verehrung ins Oströmische Reich, doch hatten bestimmte Kräfte offenbar das Bedürfnis den Johanneskult auch in Rom zu etablieren und damit die Stadt der Päpste als Drei-Apostelstadt aus zu gestalten. Zu fragen ist, in wie weit die Kirche an der Via Latina ‚byzantinisch‘ genannt werden darf, wobei die mögliche Rolle des mysteriösen Feldherrn Narses nicht außer Acht gelassen werden kann.
 

Der Vortrag findet um 19 Uhr c. t. im Museum im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke statt (Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München, Raum 204-206, 2. Stock).

Hierzu laden wir herzlich ein!

Kurzexkursion nach Speyer

ANMELDUNG unter markus.loex[@]gmx.de bis zum 10.07.2019

Verein für Spätantike Kunstgeschichte und Byzantinische Archäologie e. V. und GRK Metropolität in der Vormoderne (UR)

29. und 30. Juli 2019

Wissenschaftliche Leitung Dr. Markus Löx

  • Gemeinsame Anreise per Bahn, Gruppenticket ca. 50/ bzw. 55 Euro (bei PAX 10; ab München Hbf 9:28 ‒ an Speyer Hbf 13:32 / ab Speyer Hbf 17:02 ‒ an München Hbf 20:28 bzw. ab Regensburg Hbf 08:21 ‒ an Speyer Hbf 13:31 / ab Speyer Hbf 17:02 ‒ an Regensburg Hbf 21:31 )
  • Übernachtung: Buchung individuell (Hotels ab 80 Euro DZ/EZ; Jugendherberge ab 24,50 Euro)
  • Eintritte vor Ort ca. 30 Euro (Studierende ca. 25 Euro)
  • Mindestteilnehmerzahl 12 Personen

Besichtigungsprogramm:

Tag 1: Bezug der Unterkünfte, Führung durch den Kaiserdom UNESCO Welterbestätte, abends Nachwächtertour

Tag 2: Vormittags Besuch der Ausstellung „Valentinian I. und die Pflaz in der Spätantike“ (Historisches Museum Speyer, Führung Dr. M. Löx),
Nachmittags Führung Judenhof mit Museum SchPIRA und Mikwe

Die Ausstellung „Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike“ präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse, die eine dicht besiedelte Landschaft mit zahlreichen größeren und kleineren Städten, befestigten Siedlungen und landwirtschaftlichen Betrieben bezeugen, die wahren Prunkvillen ähnelten. Die Pfalz erfuhr für kurze Zeit eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte, die nach dem Zusammenbruch der römischen Verwaltung im 5. Jahrhundert n. Chr. jedoch allmählich ein Ende fand.

Den zweiten Teil der Kurzexkursion widmet sich dem mittelalterlichen Speyer. Europas größte romanische Kirche, der in den 1020ern von Kaiser Konrad II begonnene und als salische Herrschergrablege genutzte Dom bildet dabei einen Höhepunk. Passend zur Ringvorlesung „Stadt und Religion(en) in der Vormoderne“ (Universität Regensburg) besichtigen wir auch den Judenhof samt Ruine des ältesten aufrecht stehenden jüdischen Kultbaus in Mitteleuropa aus dem Mittelalter, jüdischem Ritualbad (Mikwe vor 1226) und Frauenschul.

Studentische Mitglieder des Vereins SABK e. V. können per formlosen Antrag an den Vorstand eine Reisekostenunterstützung erbeten. Über die Höhe und Gewährung entscheidet der Vorstand je nach Nachfrage.

Um verbindliche Anmeldung bis zum 10. Juni 2019 wird gebeten unter markus.loex[at]gmx.de

Kolloquium in Tirol Sommersemester 2019

Kolloquium der „Spätantiken und Byzantinischen Kunstgeschichte“ der LMU, 09.05.2019-12.05.2019, in Zaunhof, Tirol.

von D. Baumgartner

In konzentrierter und kollegialer Atmosphäre konnten sich in diesem Jahr wieder Studierende und Qualifizierende der Spätantiken und Byzantinischen Kunstgeschichte und ihrer Nachbardisziplinen in Zaunhof im Pitztal zum wissenschaftlichen Austausch versammeln. Akademischer Betreuer des Kolloquiums war dankenswerterweise Prof. Dr. Franz Alto Bauer, der mit seiner einfühlsamen und hilfsbereiten Art die regen Diskussionen lenkte. Insgesamt stellten etwa 10 angehende WissenschaftlerInnen ihre Thesen vor aufmerksamen Hörern unterschiedlichster Fächer vor.

Beispielweise stellte uns die Doktorandin Arabella Cortese mit dem Referat „Anemurium: Auf den Spuren der Apostel?“ einen Teil ihres Dissertationsprojektes vor. Anemurium, eine Hafenstadt in Kilikien, soll kurzzeitig die Wirkstätte des Paulusbegleiters Barnabas gewesen sein, dessen Verehrung durch Einheimische und Pilger sich belegen lässt. Diskutiert wurde unter anderem die dortige Apostelkirche im Blick auf die Frage, ob an diesem Ort der Barnabas-Kult lokalisiert werden kann, welche Art der Verehrung hier stattfand und wie die Barnabas-Verehrung in der näheren und weiteren Umgebung fassbar ist.

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Vortrag von Martin Seyer «Limyra in Lykien – Porträt einer Stadt in spätantik-frühbyzantinischer Zeit»

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Am 14. Mai 2019 spricht

Dr. Martin Seyer (Wien)

zum Thema

Limyra in Lykien – Porträt einer Stadt in spätantik-frühbyzantinischer Zeit (Abstract)

Die im Osten Lykiens gelegene Stadt Limyra (lykisch: Zẽmuri) erlebte ihren ersten Höhepunkt im frühen 4. Jh. v. Chr., als sie von einem lokalen Machthaber namens Perikle nach der Unterwerfung von ganz Lykien zur Residenzstadt ausgebaut wurde. Während des Hellenismus und der römischen Kaiserzeit blieb Limyra, das unter Kaiser Commodus zum ersten Mal mit dem Titel „Metropolis des lykischen Volkes“ genannt wurde, einer der wichtigsten Orte Lykiens. Auch in der Spätantike behielt die ab dem Jahr 375 als Bistum bezeugte Stadt ihren Status. Die Verlegung des Bischofssitzes in die nahegelegene Hafenstadt Phoinix im 10. Jh. lässt auf den Niedergang Limyras schließen, der sich auch im archäologischen Befund widerspiegelt.

Nach einer Vorstellung der älteren Phasen der Stadt sowie deren wichtigster Bauwerke befasst sich der Hauptteil des Vortrags mit der Entwicklung Limyras in spätantik-frühbyzantinischer Zeit. Dabei werden neben einem Überblick über die Geschichte und die bedeutendsten Gebäude aus dieser Periode auch die Ergebnisse der neuesten Grabungen verstärkt in den Blickpunkt gerückt.

Der Vortrag findet um 19 Uhr c. t. im Museum im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke statt (Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München, Raum 204-206, 2. Stock).

Hierzu laden wir herzlich ein!

Frohe Ostern!

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Die Frauen am Grab. Mosaik aus Sant’Apollinare Nuavo, Ravenna, um 500.

Vortrag von Rainer Schreg «Die justinianische Stadtgründung Caričin Grad / Iustiniana Prima – eine ‚ökoarchäologische‘ Perspektive»

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Am 30. April 2019 spricht

Prof. Dr. Rainer Schreg (Bamberg)

zum Thema

Die justinianische Stadtgründung Caričin Grad / Iustiniana Prima – eine ‚ökoarchäologische‘ Perspektive

Caričin Grad in Südserbien ist eine Stadtanlage des 6. Jahrhunderts. Es handelt sich um Iustiniana Prima, eine Stadtgründung Kaiser Justinians, die dieser nahe seines Geburtsortes vornahm. Seit 2014 ist das RGZM in Mainz an den seit 100 Jahren dauernden Forschungen vor Ort beteiligt. Während bei stadtarchäologischen Forschungen Probleme der Stratigraphie und der Chronologie normalerweise erhebliche Ressourcen binden, bietet die kurze Lebensdauer der Stadt von nur rund 80 Jahren (ca. 530-610 n.Chr.) die Chance, gezielt Fragen der Stadtökologie nachzugehen. Das umfasst Fragen der Interaktion von Stadt und Land, von Architektur und Landschaft, zwischen Mensch und Tier ebenso wie die Frage nach den alltäglichen Lebensverhältnissen in der Stadt, nicht nur für den Menschen, sondern auch für die in der Stadt lebenden Tiere und Pflanzen. Der Vortrag präsentiert Ergebnisse der Grabungs- und Surveykampagnen unter Mainzer Beteiligung und bietet einen Überblick über das dem Projekt zugrunde liegende methodisch-theoretische Konzept der Stadtökologie.

Der Vortrag findet um 19 Uhr c. t. im Museum im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke statt (Katharina-von-Bora-Straße 10, 80333 München, Raum 204-206, 2. Stock).

Hierzu laden wir herzlich ein!